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Erinnerst
du dich, wann du zum ersten Mal hergekommen bist?
Ja, und dazu gehört eine Geschichte.
In Rodalquilar war ich zum ersten Mal 1975. Ich
war aber 1968 schonmal in Almeria gewesen. Da bin
ich über diesen Strand von Ciudad Jardín
gegangen, wo es damals nur ein einziges Hochaus
gab und sonst garnichts, nur so kleine Häuschen,
die vermietet wurden. Wir waren mit einem alten
Mercedes damals hier runter gefahren, und da guckte
ich immer Richtung Levante zu den Bergen der Sierra
Cabo de Gata und sagte zu meinen Freunden: laßt
uns doch mal einen Ausflug machen, das sieht so
spannend aus da hinten. Aber die hatten keine Lust,
und wir fuhren dann in die andere Richtung nach
Aguadulce, an den kilometerlangen Strand mit nur
einem Hotel, das Hotel Aguadulce, sonst gabs damals
nichts.
Das war fantastisch und da war ich dann auch zufrieden,
denn das entsprach meinen Vorstellungen von Buchten
und einsamen Stränden, und ich hab mir dann
selbst versprochen, daß ich sicher nochmal
herkomme.
1975 war ich dann in Berlin mit einem Bekannten
auf einer Fete und da kam ein Paar herein, der Mann
braun gebrannt im Januar, und ich guckte den so
an und dachte, das ist der Typ Mann auf den ich
eigentlich stehe. Groß, leptosom, irgendwie
ein bißchen intellektuell aussehend, das wäre
so mein Typ, aber ich war gerade frisch verliebt,
also war das nicht interessant.
Ich kam dann irgendwann ins Gespräch mit ihm
und fragte ihn, wieso bist du so braun, da sagte
er, ich komm grad aus Spanien, ich war in meinem
Haus. Und wo hast du das Haus? Das sag ich dir nicht,
weil das kennt sowieso keiner. Und ich sag: wo denn?
Ja, in der Nähe von Almeria. Sag ich, kenn
ich, war ich 68 schon mal. Und dann sagt er, das
Dorf heißt Rodalquilar.
Und das lag also genau da, wo ich damals hinter
die Berge gucken wollte. Und ich frag ihn: vermietest
du das Haus?
Ja, und so lernte ich meinen ersten Mann kennen,
und so kam ich dann auch nach Rodalquilar. |
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Also das geht aber jetzt schnell, weil eben
noch kam der Mann mit einer Frau auf die Fete.
Das war eine Freundin. Genau wie ich mit einem
Freund auf dieser Fete war. Er bemühte sich
dann sehr, mich kennen zu lernen, aber ich war
garnicht auf dem Trip, jemanden kennen zu lernen,
ich wollte nur dieses Haus mieten, weil ich meinte,
gerade frisch verliebt zu sein in jemanden, der
nicht in Berlin wohnte.
Ja und dann, glaube ich, wurde ich mit der Zeit
korrumpiert durch die Begeisterungsfähigkeit
dieses Mannes, weil in unserer Zeit damals, da
war das Ding mit den festen Beziehungen ja garnicht
so in. Er aber wollte eine und er wollte Kinder.
Das war schon beeindruckend. Ich war 25 und hatte
damals das erste Mal ein Gefühl von alt-werden
und aufpassen-müssen, dass bestimmte Züge
nicht abfahren.
Diese Fete war im Januar, und wir sind dann im
Mai zusammen gezogen und im September, Oktober
waren wir fünf, sechs Wochen hier in Rodalquilar.
Da haben wir uns wieder getrennt, wieder versöhnt,
und als wir nachhause fuhren war ich schwanger.
Ich wollte übrigens nicht heiraten, ich hatte
was gegen unterschriebene Verbindungen. Nicolas
wurde dann im August 76 geboren. Vier Monate später
haben wir dann doch geheiratet |
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Ihr lebtet also in Berlin und kamt von Zeit
hierhin.
Ja, sehr häufig. Wir haben allerdings von
Anfang an gesagt, wir machen einmal im Jahr woanders
Urlaub, nicht in Rodalquilar. Erstens um diesem
Zwang, wenn man ein Haus hat, nicht zu unterliegen
und zweitens, um auch mal was ohne Kind zu machen.
Und wir sind dann im ersten Jahr nach Kreta gefahren.
Da waren wir nur zwei Mal, denn nach drei Jahren
war die Beziehung zu Ende. Wir sind zwei Mal nach
Kreta und ein Mal nach Sizilien gefahren.
Wir hatten uns beide geirrt. Ich hatte mich auf
jeden Fall geirrt, das kann ich sagen. Und ich
hab auch die Beziehung beendet.
Bist du mit dem Kind dann alleine geblieben?
Ja. Ich hab dann mit Nicolas sieben, acht Jahre
alleine gelebt. Ich hatte nochmal eine längere
Beziehung, viereinhalb Jahre lang, aber wir haben
nicht zusammen gelebt.
Bist du auch nach Rodalquilar gekommen, als
du mit deinem Mann nicht mehr zusammen warst?
Ja.
Auch in dieses Haus von ihm?
Ja. Das war immer auch mein Haus. Und als ich
später hergezogen bin, hatte ich gedacht,
ich würde am Anfang auch da leben, aber es
gab dann doch Streitigkeiten wegen finanzieller
Geschichten, und ich habe dann ein anderes Haus
gemietet.
Wann bist du denn hierher gezogen?
Das war 1987.
Und was stand hinter der Entscheidung nach
Rodalquilar zu ziehen?
Ich hing ja sehr an Rodalquilar und war fasziniert
von der Landschaft. Es waren weniger die Leute,
die mich anzogen. Ich hatte immer die Idee gehabt,
hier mal länger zu leben. Und Nicolas liebte
Rodalquilar genauso wie ich. Er weinte jedesmal,
wenn wir hier wegfuhren. Mama, warum wohnen wir
nicht hier? Und da sag ich: ja du hast doch deine
Freunde in Berlin. Ja, sagt Nico, da können
wir doch da Urlaub machen, das reicht doch, wir
können das doch umgekehrt machen. Er hat
das immer wieder gesagt. Als verantwortungsbewußte
Mutter hätte ich mein Kind nie aus seiner
gewohnten Umgebung gerissen. Aber es war ein ständiges
Thema zwischen Nico und mir.
Zu der Zeit hatte ich einen privaten Kindergarten,
und meine erste Kindergeneration ist nach der
Vorschule, die ich im Angebot hatte, in die Schule
gekommen. Gleichzeitig merkte ich, dass meine
soziale Ader irgendwie am Platzen war. Ich hatte
keine Lust mehr in anderer Leute Leben zu investieren.
Wie alt warst du zu der Zeit?
Da war ich Mitte dreißig. Ich hatte außerdem
wieder angefangen kreativ was zu machen, Klamotten
zu nähen aus außergewöhnlichen
Stoffen, und mit einer Freundin, die machte Strickdesign,
hatten wir überlegt, ob wir zusammen einen
Laden aufmachen.
Als dann klar war, dass ich den Kinderladen aufgebe,
gabs plötzlich zwei Wege, entweder wegziehen
aus Berlin, oder in Berlin diesen Laden mit der
Freundin machen. Meine Beziehung, die ich damals
hatte, lief nicht gut. Es war klar, dass das zu
Ende geht. Und da dachte ich, da ist eine Zäsur
in deinem Leben, du kannst dir Wohnen in Rodalquilar
nun mal aus der Nähe angucken, und da bin
ich hier runtergefahren. Und bin hier rumgefahren
um zu gucken, welche Arbeitsmöglichkeiten
es hier für mich gibt. |
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Sprachst du schon spanisch?
Ja. Nicht so gut wie heute. Aber relativ gut.
Ich bin ja eigentlich Wirtschaftsdolmetscherin,
aber hab als solche nicht sehr lange gearbeitet.
Ich hatte danach noch eine Ausbildung zur Erzieherin
gemacht. In Aguadulce und Roquetas habe ich also
nach Jobs gesucht. Es war mir klar, dass ich dann
dort arbeiten müßte. Es kristallisierte
sich raus, dass hier die Gehälter sehr klein
sind, aber es gab Arbeit.
Ich kam dann an Ostern in Urlaub. Für den
Umzug wollte ich mir ein Jahr Zeit nehmen. Und
bei diesem Osterurlaub lernte ich Pepe kennen.
Eigentlich kannte ich ihn schon lange, ungefähr
seit seinem zwölften Lebensjahr, da war ich
schon Mutter meines Sohnes. Pepe ist vierzehn
Jahre jünger als ich. Ich sah ihn manchmal
während meiner Ferien. Er war eine Junge,
den ich sehr nett fand, sehr intelligent und sehr
klug, und ich war immer fasziniert von seiner
Art, worüber er sprach und wie er sprach,
und ich hab seine Entwicklung gesehen. Und als
wir uns nun wierdersahen war er einundzwanzig.
Wir haben sehr viel miteinander gesprochen, aber
mir war nicht so ganz klar, dass das diesmal was
ganz anderes war, was da zwischen uns passierte,
dass wir uns verliebten. Aber am Ende meines Urlaubs,
an den letzten drei Tagen kam es dann raus. |
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Danach war ich im Sommer sechs Wochen hier. Ich
hatte mich zwar verliebt, aber ich konnte mir
nicht vorstellen, dass daraus was werden könnte.
Er wurde dann aber mein zweiter Mann und Vater
meiner Tochter Ana.
Ich wollte ja nie wieder heiraten, ich wollte
überhaupt nie heiraten. Aber nun begriff
ich, dass ich in einer Gesellschaft lebte wo ich
akzeptierte, noch ein Mal zu heiraten. Ich denke,
wenn ich in einem Gastland lebe, muß ich
mich nicht in dieser Kultur auflösen, aber
ich muß, zumindest wenn ich so in die Nähe
gehe und eine Verbindung mit einer Familie hier
eingehe, mich ein Stück weit anpassen. Da
gilt jedenfalls für mich.
Zum Beispiel, am Familienstrand nicht das Bikinioberteil
ausziehen. Als Tourist ist das egal, aber wenn
dich die Leute kennen, ist es ihnen peinlich,
dich so zu sehen. Und so ähnlich wars dann
auch als es ums Heiraten ging und ich zu Pepe
gesagt habe, das ist in Ordnung wenn wir heiraten.
Vor allem war klar, dass wir ein Kind haben wollten.
Er vor allem. Ich hatte ja eigentlich damit garnicht
mehr gerechnet.
Wie alt warst du, als deine Tochter geboren
wurde?
Da war ich 39.
Ich würde noch gerne auf deine Aktivitäten
zu sprechen kommen. Ich krieg ja aus der Ferne
mit, dass du ganz viele verschiedene Sachen machst,
und dieser Kleiderladen hier ist ja ganz neu.
Letztens hattest du mal dazu gesagt, dass der
auch damit zu tun hat, dass deine Tochter jetzt
zum Studieren weggeht und ein neuer Lebensabschnitt
für dich beginnt. Ich finds ganz spannend,
wenn du zu dieser Änderung, die gerade stattfindet,
etwas erzählst.
Ich glaube das hat grundsätzlich was mit
dem Entwicklungsstand meiner Tochter zu tun, nicht
nur damit, dass sie wegzieht. Ich arbeite ja seit
Jahren als Sprachlehrerin von Oktober bis Juni
und habe feste Kurse, aber da die Kinder hier
drei Monate Sommerferien haben, habe ich mich
in den ganzen Jahren im Sommer hauptsächlich
um sie gekümmert. Du mußt hier die
Kinder ja überall hinfahren, selbst der Strand
ist nicht vor der Haustür. Und letzten Sommer,
da war sie ja eine Jugendliche von siebzehn Jahren
mit Freunden, Bekannten, Feten, Strand und was
auch immer, und Mutter wird eigentlich dann nur
noch als ein Versorgungspunkt gebraucht, sowohl
emotional als auch rein physisch, zum Essen und
zum Kleiden. Aber eben nur noch auf Anfrage.
Das heißt, ganz plötzlich stehst du
auf so einer Warteschleife und du mußt dich
und du solltest dich mit deiner Zukunft beschäftigen
als Mensch und natürlich auch mit deiner
Zukunft als Mutter, wie groß die Portion
Mutter ist in deinem Leben und wieviel Raum dann
wieder für dich selber da ist.
Das ist meine Betrachtungsweise, wohl wissend,
wie ich mich gefühlt habe letzten Sommer
auf meiner Dachterrasse allein
ich durfte
mich ewig sonnen
und hatte plötzlich
garkeine Lust mehr, mich ewig zu sonnen, und fühlte
mich sehr einsam und sehr alleine.
Da gibts dieses typische Syndrom vom nido vacio,
vom leeren Nest. Und da hab ich keine Lust drauf.
Ich fühle mich unglaublich lebendig und hab
große Lust, Dinge zu tun. Ich kann es mir
einfach nicht vorstellen, dass ich zuhause sitzen
soll ohne dass ich krank bin oder schwächlich.
Also wenn ich dich richtig interpretiere,
spürst du die Kraft, die du hast, wußtest
aber voriges Jahr nicht, wohin damit.
Letztes Jahr war mir klar, dass ich mein Leben
neu strukturieren muß. Mein Leben war auf
mein Kind eingestellt. Wenn du mit 39 ein Kind
bekommst, dann ist das ein Geschenk. Und so habe
ich Ana auch gesehen, als ein unglaubliches Geschenk,
mit dem ich garnicht mehr gerechnet hatte, und
ich habe das auch so gelebt, bis auf die kleine
Zäsur als wir dieses Eiscafé aufgemacht
hatten. Weil wir finanziell nicht so doll dastanden
und das mit dem Tourismus so ein Zug war, auf
den man meinte aufspringen zu sollen. Nachdem
wir nun schon den Platz im Haus hatten.
Da war Ana sieben, acht Jahre alt. Mir ist dann
aber im zweiten Jahr, wo ich das Café hatte,
klar geworden, dass das nicht mein Leben ist.
Weil das ist was, da mußt du dich 24 Stunden
am Tag drauf einstellen, diesem Leben beugt sich
die Familie. Die Familie findet innerhalb dieser
Geschichte statt. Wenn man eine Kneipe hat, dann
ist das eine Lebensform, das ist nicht nur eine
Arbeit. Und dass dieses Geschenk, mein Kind, plötzlich
mit anderen Leuten unterwegs war, ich garnicht
wußte mit welcher Tante sie gerade am Strand
war
Ich war ja eine Frau, die alles mögliche
gelebt hat
studieren, arbeiten, ausgehen,
feten, freies Leben, mir war ja von all dem nichts
offen geblieben. Was mir gefehlt hatte war eine
Familie. |
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Hast du nicht gearbeitet, als du Ana bekommen
hattest?
Doch immer. Aber ich habe die Arbeit immer auf
meine Kinder eingestellt, ich habe weniger gearbeitet,
ich habe Jobs gewechselt, ich war solange arbeitslos
bis ich den Job gefunden hab, der in diese Familiensituation
paßt.
Bevor Ana geboren wurde habe ich als Englischlehrerin
in den Schulen in San Isidro und Campohermoso
gearbeitet, im Nachmittagsunterricht. Und nachdem
Ana geboren wurde haben Pepe und ich uns abgewechselt,
wenn er gearbeitet hat, war ich mit Ana, und wenn
ich gerabeitet habe, war er mit ihr zusammen.
Das ging ganz gut. Und dann habe ich das einzige
Mal in meinem Leben nicht gearbeitet als Ana zwei
Jahre alt war.
Da hatte Pepe so einen Schub von Arbeitsleben-
ausbauen, und hat seinen Abschluss als Gas- und
Wasserinstallateur gemacht. Er fing an, auch am
Nachmittag zu arbeiten. Ich merkte, er brauchte
mehr Zeit für sich. Er war ja noch sehr jung,
und ich fand, dass ich so einen Lebensvorsprung
hatte, dass ich ihm da Raum lassen mußte
für seine eigene Entwicklung. Und hab dann
gedacht, ich mach das jetzt mal, ich zieh mich
zwei Jahre zurück aus dem Arbeitsleben, und
soviel habe ich ja auch nicht verdient. Das hat
er dann mit den Sachen verdient, die er nachmittags
gemacht hat. Und da bin ich dann zwei Jahre zuhause
geblieben. |
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Und das war auch eine gute Zeit?
Das war eine gute Zeit, aber ich war heilfroh
als mir ein Job angeboten wurde hier in Rodalquilar
in einem Immobilienbüro. Da habe ich dann
fünf Jahre gearbeitet.
Was mir gerade einfällt, wo ist Nico
eigentlich abgeblieben?
Nico war immer dabei. Bei allem. Nico war ein
fantastisches Kind. Der hatte so eine stabile
Beziehung zu mir, solange ich da war, war alles
ok. Nico ist ziemlich schnell ein Teil von all
dem hier geworden. Er hat hier spielend die Schule
geschafft. In der siebten oder achten Klasse hatte
er einen Einbruch, aber das hatten alle aus der
Klasse, und hat dann den Sprung ins Gymnasium
wunderbar geschafft... hat dann aber so mit vierzehn
irgendwann den Faden verloren.
Er ist irgendwann nach Berlin zurückgegangen,
oder?
Ja. In der Schule liefs nicht mehr gut. Er ist
mit den Jungs Billard spielen gegangen anstatt
in die Schule und andere Sachen... das waren ziemliche
Sorgen mit ihm. Mit achtzehn, neunzehn ist er
zuhause ausgezogen. Dann ging er irgendwann nach
Berlin zu seinem Vater und dessen Frau. Das ging
aber auch nur ein paar Monate gut, und dann hat
er Irrungen und Wirrungen auch in Berlin gehabt,
bis er sich irgendwann gefangen hat.
Er ist jetzt 31 und auf dem Trip zu studieren
und zu lernen und macht grad einen Intensiv-Englischkurs
in Dublin, hat fünf Jahre lang gearbeitet
und geht jetzt Richtung Immobilienkaufmann und
ist ein richtig Toller. Er kann stolz auf sich
sein, denn er hat sich allein aus ganz vielen
Sachen rausgezogen. |
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Um zum Schluß zu kommen würde ich
gern noch fragen, ob du dir vorstellen kannst,
hier bis ans Ende deiner Tage zu bleiben?
Ja. Kann ich mir sehr gut vorstellen. Wir haben
auch unser ganzes Leben darauf eingestellt, selbst
wenn unsere Beziehung mal kaputt gehen sollte,
dass ich immer hier bleiben kann. Bei aller Emotionalität
haben wir das, glaube ich, ganz gut geregelt.
Ich fühle mich sehr sicher hier. |
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Ich fühle mich zuhause. Meine Wurzeln
in Deutschland, zumindest was meinen Geburtsort betrifft,
sind gekappt, da ist niemand mehr. Das Haus meiner Eltern
mußte ich verkaufen, was mir aber ermöglicht
hat, dieses Haus hier zu kaufen, wo ich jetzt dieses
kleine Geschäft habe, und den anderen Teil des
Hauses vermiete ich. Ich denke, ich hab mein Erbe sinnvoll
in meine Gegenwart und meine Zukunft angelegt. Meine
Heimat ist hier und meine zweite Heimat ist Berlin.
Fährst du manchmal nach Berlin?
Ja, jetzt wieder seit mein Sohn dort ist. Er ist in
unsere alte Wohnung gezogen, da wo er geboren wurde.
Diese Wohnung hatte ich irgendwie gehalten. |
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